Inklusive Erziehungs- und Bildungsarbeit in der Kita
Mit dieser Grundlegung liegt nun erstmals in Deutschland eine wegweisende Veröffentlichung zur Arbeit in der Kita vor, die den Gedanken der Inklusion in ihren vielen Theoriebezügen vorzüglich beschreibt und gleichzeitig außergewöhnlich viele hilfreiche Praxishinweise liefert. Sie ist von dem Gedanken getragen, dass jegliche Bildungsarbeit nur durch freundliche, aufgeschlossene und vertrauensvolle Beziehungserlebnisse möglich gemacht wird. Der Autor zeigt an vielen Beispielen auf wie alle Kinder Gerechtigkeit und Gleichheit erfahren und von der Entwicklungsunterstützung einzelner Kinder alle Kinder profitieren können. Und dass darüber hinaus trotz der vielfältigen Unterschiede der Kinder alle Beteiligten verstehen können, dass jeder Mensch seine einzigartigen Besonderheiten besitzt und keine davon besser oder schlechter sind als andere.
| Ausgabeart: | Lehr-/Fachbuch |
| Autor/-in(en): | Ferdinand Klein |
| ISBN: | 978-3-427-40155-1 |
| Best.-Nr.: | 40155 |
| Erscheinungsjahr: | 2010 |
| Auflage: | 1 |
| Seiten: | 220 |
| Format: | 17 x 24 cm |
| Prüfexemplar möglich: | Ja |
Darstellung dieses speziellen Gebietes „Früher Hilfen“ vorliegt. Das Buch besticht nicht zuletzt durch seine historische Fundierung, es wird auch von der langjährigen praktischen Erfahrung sowie der humanistischen Einstellung des Autors ganz wesentlich bestimmt, wobei diese Aspekte stets angemessen mit den differenzierten gegenwärtigen Anforderungen in Einklang gebracht werden, die für eine wirksame Umsetzung der UN-Konvention zur Teilhabe und Partizipation im Interesse
behinderter wie nicht behinderter Kinder erforderlich sind. Soweit es mir möglich ist, werde ich gerne auf diese wichtige Neuerscheinung Ihres Verlages hinweisen und das preiswerte Buch allen in der Kindertagesstätte tätigen Fachleuten bzw. anderen Interessierten empfehlen.
Quelle: Prof. Dr. G. Neuhäuser, 1/5/11
Sich einlassen auf das Kind, sich von ihm leiten zu lassen, die Begegnung zuzulassen und schließlich seiner pädagogischen Intuitionen zu vertrauen, sind Qualitäten, die in einer Zeit sozialwissenschaftlich dominierender Paradigmen verloren zu gehen drohen. Es ist wenigen Wissenschaftlern – wie eben Herrn Klein – zu danken, dass er sie immer wieder aufruft und damit dem Diskurs zur Verfügung stellt. Dass Herr Klein zudem angehenden ErzieherInnen empfiehlt auf ein Scheitern im pädagogischen Bemühen zuzulassen, ist ein Solitär in der gegenwärtigen Fachliteratur. Scheitern heißt in Klein’s Sinn nicht aufgeben, sondern gerade einen Neuanfang auf dem Weg zu wagen. Dem Verlag ist ganz herzlich zu danken, der Fachwelt solche geisteswissenschaftlich fundierten und praxisnahen Konzepte zur Verfügung zu stellen.
Quelle: Dr. Götz Kaschubowski, Insitut für Heilpädagogik der Freien Hochschule Mannheim i. Gr., 1/4/11
Inhalt:
Dieses Buch wendet sich sowohl an Studierende der Heil-/ Sozialpädagogik sowie der Heilerziehungspflege und gleichzeitig auch an alle Fachkräfte in der heil- und elementarpädagogischen Praxis. Zunächst geht es in Kapitel eins darum, allen Kindern grundsätzlich ihre Kindheit (ihr „Kindsein“) zu lassen, im Wissen darum, dass dieser eigenständige Entwicklungszeitraum seine ganz eigenen Entwicklungsschwerpunkte und –besonderheiten besitzt, die nicht einer funktionalisierten Erwartungsvielfalt von Erwachsenen geopfert werden dürfen. Gleichzeitig werden dazu die neuen Anforderungen im Arbeitsfeld ebenso thematisiert wie die Frage, wie situationsgerechtes Handeln gelernt werden kann, um jederzeit die basalen Bedürfnisse und den Unterstützungsbedarf des Kindes ins Zentrum der Arbeit zu setzen. Kapitel zwei nimmt eine differenzierte Betrachtung der heilpädagogischen Aufgaben vor (Schwerpunkte: Die heilpädagogische Grundsituation; „Es ist normal, verschieden zu sein“; Kinder mit Behinderungen im heilpädagogischen Aufgabenfeld; Heilpädagogik ist Pädagogik unter erschwerten Bedingungen), verbunden mit folgenden Aspekten: Deutung der heilpädagogischen Grundsituation; Menschenbild und methodisches Handeln; Zum Begriff der Behinderung; Der inklusionspädagogische Grundgedanke; Zum Begriff, zur Geschichte und zur Begründung der Heilpädagogik. Im dritten Kapitel mit der Überschrift „Moderne Impulse für die inklusive Praxis“ verdeutlicht der Autor die Erziehungs- und Bildungspraxis Fröbels, das heilpädagogische Handeln nach der Montessori-Pädagogik, der Waldorf-Pädagogik sowie der Korczak-Pädagogik und gibt anschließend eine Zusammenfassung der modernen Impulse, ausgerichtet auf den „Situationsorientierten Ansatz“. Kapitel vier informiert schließlich über die inklusive Praxis im Früh- und Elementarbereich: Gesundheitsvorsorge und Prävention; inklusive Praxis von Anfang an; das heilpädagogische Aufgabenfeld (Elternberatung; entwicklungsbegleitende Beobachtung und Diagnostik; Das Kind als Akteur seiner Entwicklung verstehen; Das Kind mit Behinderung in der Gruppe situationsgerecht begleiten; Zusammenfassende Thesen für die inklusive Praxis; Das Menschenbild der „Pädagogik vom Kinde aus und für alle Kinder“.) Ein Literatur-, Bildquellen- und Sachwortverzeichnis schließt das Buch ab.
Es ist schon etwas ganz Besonderes, diese Fachpublikation zu lesen. Auf der einen Seite finden sowohl Studierende als auch praktisch tätige Fachkräfte fundierte Grundlagen zur Inklusion in ihren vielen, vernetzten Theoriebezügen und auf der anderen Seite gibt Prof. Dr. Ferdinand Klein immer wieder praxisbedeutsame Impulse für die herausfordernde Arbeit, die mit einer humanistisch orientierten Haltung und einem professionell-kompetenten Anspruch auf eine inkludierte Pädagogik auf das Engste verbunden sind. Gerade diese gelungene Kombination macht die Publikation zu einem jederzeit lebendigen Lese- und Erkenntniserlebnis, nicht zuletzt dadurch, weil der rote Faden des Buches die tiefe, humanistisch orientierte Prägung des Autors und seine reichhaltige Praxiserfahrung an allen Stellen deutlich werden lässt. Inklusive Erziehungs- und Bildungsarbeit ist keine „teilisolierte, funktionsgesteuerte, defizitgeprägte und von Erwachsenen gesteuerte, auf eine ferne, zukunftsgerichtete Förderpädagogik“ sondern eine zuvorderst menschorientierte, ganzheitliche, erlebnis- und beziehungsorientierte Gegenwartspädagogik – das macht Prof. Dr. Klein konsequent deutlich. Für ihn spielt die erste heilpädagogische Grundregel des Schweizer Heilpädagogen Paul Moor („Erst verstehen, dann erziehen.“) eine ganz besondere Rolle (S. 190) und anders ist ja auch der Begriff >Inklusion< nicht wirklich zu verstehen. Das Buch ist im Sinne einer kompetenten Grundlagenbildung und einer professionellen Praxishilfe jederzeit logisch aufgebaut und strukturiert, die Ausführungen sind lebendig, informativ und verständlich formuliert und das ausgezeichnete Layout der Seitengestaltung unterstützt – auch wenn es bei diesen sorgsam aufbereiteten Inhalten nicht nötig wäre - zusätzlich die Lesemotivation. Die in den Texten besonders hervorgehobenen Zusammenfassungen, Merksätze und Aufgabenstellungen, die Grafiken und farbigen Fotos sowie die zu Anfang zu jedem Kapitel klar formulierten Lernziele schaffen jeweils eine Übersicht und weitere Vertiefungsmöglichkeiten, so dass sich LeserInnen selbstexplorativ mit den Inhalten und den Verbindungen zur eigenen Praxis/ zu Praxisvorstellungen beschäftigen können. Besser geht es wirklich nicht. Es ist den inhaltlichen Ausführungen immer wieder anzumerken, dass der Autor ein profundes Wissen (a) und zudem eine reichhaltigen Praxiserfahrung (b) besitzt, verbunden mit einer tiefen Liebe zu den Menschen (c). Das wundert nicht, gehört Prof. Dr. Ferdinand Klein doch zu den international bekanntesten und besonders geschätzten Koryphäen im Feld der Heilpädagogik. Wenn ein Wissenschaftler wie Ferdinand Klein diese drei Merkmale besitzt – was ansonsten in genau dieser Kombination einer Trinität in der Wissenschaft leider nicht häufig vorkommt -, dann spürt man diese Kompetenzen in jeder Zeile. Ohne Frage ist dieses Buch ein Gewinn für jede gegenwärtige und zukünftige Fachkraft in der Heil- und Elementarpädagogik, die dem Wert einer inklusiven Erziehungs- und Bildungsarbeit von Anfang an eine ganz besondere und nicht ersetzbare Bedeutung beimisst.
Quelle: Dr. Armin Krenz, Kiel, März 2011, 3/9/11
Vor einigen Wochen erhielt ich von Ihnen auf Empfehlung von Prof. Ferdinand Klein sein neuestes Buch „Inklusive Erziehungs- und Bildungsarbeit in der Kita“ zugeschickt. Ich habe das Werk mit großem Interesse gelesen und freue mich, Ihnen eine kurze Rückmeldung dazu geben zu dürfen.
Ferdinand KLEINs Ansatz, ein Lehrwerk für künftige Erzieherinnen und Heilpädagoginnen auf dem Hintergrund der aktuellen Inklusionsdiskussion zu schreiben, ist ausgesprochen begrüßenswert. Zunächst reflektiert er auf hohem Anspruchsniveau und trotzdem gut lesbar heilpädagogische Grundfragen und Erfahrungen, um den Leser mit den grundlegenden Anliegen des Fachs und seinem, aus langjähriger praktischer und theoretischer Auseinandersetzung mit dem Thema gewonnenen Verständnis heilpädagogischen Handelns vertraut zu machen. Sehr deutlich wird dabei, dass es primär nicht um bloße Kenntnis von Begriffen, Konzepten oder Praxis“rezepten“ geht, sondern vor allem um die innere Haltung und das antropologische Verständnis der Pädagogin in der Begegnung mit dem einzelnen Kind – unabhängig von dessen individuellem Sein. In knappen, aber prägnanten
Überblicken werden die wichtigsten Grundlagen stets im Hinblick auf das skizzierte heilpädagogische Grundanliegen dargestellt und bezogen auf die aktuelle pädagogische Diskussion um gemeinsames Lernen und inklusive Bildung eingeordnet.
Eine ausgesprochen wertvolle und zielführende Zugangsweise ist der Rückgriff KLEINs auf jene „altbewährten“ pädagogischen Konzepte einer Elementarpädagogik „vom Kinde aus“, die wohl in besonderer Weise die erzieherische Theorie und Praxis in Kindertagesstätten hierzulande widerspiegeln. Dabei weist der Autor eindrucksvoll nach, dass bewährte Ansätze in einer auf
Inklusion zielenden Erziehungsarbeit nicht aufgegeben werden müssen und dürfen. Sondern im Gegenteil in vielen Aspekten längst inklusiv gedacht sind. Es geht also letztlich darum, den jeweiligen Kern dieser Konzeptionen als einer Pädagogik vom Kinde aus (unabhängig von dessen individuellem So-Sein) wieder zu entdecken und mit innovativem Leben zu füllen. Friedrich FRÖBEl und Rudolf STEINER haben hier Wichtiges beizutragen, Maria MONTESSORIs Erziehungsverständnis war a priori niemals ausschließend und Janusz KORCZAK hat wie wohl kein andere Pädagoge das Recht und die Kraft jedes Kindes in den Mittelpunkt gerückt, ohne dabei den Blick auf das gesellschaftliche und soziale Umfeld zu verlieren. Der „situationsorientierte Ansatz“ nach Armin KRENZ könnte dabei zur Orientierungslinie werden, die die „klassischen“ frühpädagogischen Konzepte mit der gesellschaftlichen und pädagogischen Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts verknüpft.
Anschauliche Beispiele aus dem Kindergartenalltag machen die theoretischen Gedanken auch praktisch nachvollziehbar und spürbar. Weiterführende Literaturangaben erlauben ein vertieftes Einsteigen in die einzelnen Konzepte und angesprochenen Fragestellungen. Zahlreiche Denk- und Diskussionsaufgaben und -anstöße lassen KLEINs Buch ebenso wie der studentenfreundliche Preis und
eine aufgelockerte, mit ansprechenden Bildern garnierte Gestaltung zu einem „Lehrbuch“ im positiven Sinne werden, das hoffentlich schnell und flächendeckend Einzug in die entsprechenden Ausbildungsinstitute finden wird. Aber auch interessierte Eltern und erfahrene Pädagoginnen und Pädagogen im vorschulischen und schulischen Feld finden wertvolle Informationen und Anregungen
für eine Weiterentwicklung ihrer Erziehungspraxis hin zu einer situationsgerechten Lern- und Bildungsbegleitung aller Kinder in inklusiven Handlungsfeldern.
Quelle: Dipl. Päd. Univ. Ulrich Reuter, Mitglied der Schriftleitung "Lernen Konkret", 2/2/11
Das Buch wendet sich an Studierende der Sozial- und Heilpädagogik/Heilerziehungspflege an Fachschulen/-akademien und Hochschulen. Es beschreibt zum einen den Gedanken der Inklusion in seinen vielen Theoriebezügen und liefert zum anderen Praxishinweise für die Arbeit in der Kita. Der Autor zeigt an zahlreichen Beispielen, wie alle Kinder Gerechtigkeit und Gleichheit erfahren können und von der Entwicklungsunterstützung einzelner Kinder alle profitieren. Zentraler Gedanke des Buches ist, dass jegliche Bildungsarbeit nur durch freundliche, aufgeschlossene und vertrauensvolle Beziehungserlebnisse möglich gemacht wird.
Quelle: Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Frankfurt am Main, 3/2011 , 10/19/11
Prof. h.c Dr. h.c. Ferdinand Klein
The awarding of the title of Doctor et professor honoris causaFerdinand Klein
Emeritus professor of the University of Ludwigsburg-Tübingen,Visiting professor at ELTE Bárczi Gusztáv Faculty of Special Needs Education
Ferdinand Klein is one of the most prominent representatives of special needs education in German speaking countries and a member of the great generation of scholars after the Second World War, along with Otto Speck, Walter Bachmann, Andreas Möckel, Ulrich Bleidick and Urs Haeberlin. As one of this generation of scholars and as a theoretician he has contributed substantially to the formation of the methodological basis of modern special needs education, to the conduct of extensive research and the delineation of the first theoretical paradigms, while also carrying out pioneering - and at the same time systematic - work in several practical fields (such as the development of the education of persons with severe/profound disabilities). Among the hundreds of his scientific contributions there are several significant, fundamental reference books and professional dictionaries owing to which he is one of the authors with the most references in the professional literature in German. His academic career is characterised by the organisation and formation of many special needs education training schemes that are among the most prestigious today. He is a member of the editorial staff of several significant professional journals, the editor of the series of Heilpädagogik im Ost-West-Dialog (“Special Needs Education in the Dialogue between East and West”) by the Klinkhardt publishing house.
After retiring he returned to the homeland that he had left as a child due to deportation after the Second World War, and as president of a German association he developed several projects for the safe-keeping of records and memories of German culture in what is now Southern Slovakia, as well as initiatives for the historical reconciliation of people living in the Carpathian Basin: he renovated churches and schools from funding he himself had raised, besides founding institutions for adult education and organising training courses. Let me mention one concrete example that illustrates the attitude of Professor Klein: in his home village, which had previously been 100% German, like many other settlements in the region, only a few German-speaking old people remained after deportation and subsequent assimilation and migration. Roma families moved into the empty houses, their numbers swelling to 70%. So he developed employment opportunities and vocational schools and training for them. For these efforts, he was awarded prestigious honours from the German Head of State three years ago.
In between terms as a visiting professor he has supported the development of the training of special needs educators in the universities of Bratislava (Pozsony) and Trnava (Nagyszombat), and it was through a research partnership in Bratislava that our Faculty came into contact with him. He knows and respects the traditions of Hungarian special needs education, so we could easily persuade him to participate in an international comparative research team on special needs education. This led to the next step: regular invitations as a visiting speaker to ELTE, then activities as a visiting professor – he visited us at Bárczi for six years giving lectures in relation to our courses and also block seminars to our Erasmus students twice a term. He has donated a substantial share of his private library to our Faculty library. In the years mentioned his name appeared as a visiting professor of ELTE in international conferences and in publications – also supporting our international representation at conferences and in publications. He invited our students to conferences and study tours in Germany and Switzerland several times for which he himself found outside sponsors.
In professor Ferdinand Klein ELTE will have a doctor et professor honoris causa whose nomination symbolises the historical embeddedness and openness of our university to relations between nations, cultures and scientific disciplines and whose work is a living example to follow in order to live up to the mission of the nominating Faculty: With knowledge for an Inclusive Society.


BWL/ VWL/ Rechnungswesen
Probeseiten herunterladen


